Plattformökonomie – Wertschöpfungsnetzwerke

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Am 2. September 2020 fand die Veranstaltung „Plattformökonomie mit dem Fokus auf das Schwerpunktthema Wertschöpfungsnetzwerke“ statt. Die vorgestellten Praxisbeispiele zeigten mögliche Herangehensweisen auf diesem Gebiet.

Im Vorfeld der Veranstaltung wurde eine anonyme Teilnehmerumfrage durchgeführt. Demnach schätzten die Mehrheit der Teilnehmer sich selbst noch als „Anfänger“ im Bereich der Digitalen Plattformen ein. Auf die Frage hin, welche Vorteile sie sich von der Nutzung digitaler Plattformen versprechen, wurde die Möglichkeit der Vernetzung mit anderen Marktakteuren häufig genannt. Weiterhin versprechen sich die Befragten eine höhere Kundenfreundlichkeit, zum Beispiel wenn es darum geht nach, vergleichbaren Produkten oder Dienstleistungen zu suchen und somit Zeit zu sparen. Als Hemmschuh bei der Umsetzung der Plattformökonomie im eigenen Unternehmen wurde zum einen das noch nicht ausreichend vorhandene Know-how seitens der Mitarbeiter bezüglich der digitalen Lösungen und zum anderen die noch nicht ausgereifte Digitalisierung des jeweiligen Unternehmens genannt.

Plattformen unterstützen Termin- und Liefertreue

Wie wichtig digitale Plattformen im Alltag sind, zeigte der Vortrag von Volker Schnittler, Referent beim VDMA Software und Digitalisierung. Er ging vor allem auf das Thema Liefertreue ein und welchen Beitrag Plattformen zur Verbesserung derselben beisteuern können. Termintreue ist eines der Leistungsversprechen von Maschinen- und Anlagenbauern und Verzögerungen an einer Stelle können zu weiteren Verspätungen entlang der gesamten Lieferkette führen. Wenn ein Zulieferer nicht rechtzeitig liefert, muss durch Anpassungen wie Verschiebungen von Fertigungsaufträgen oder durch Überstunden ausgeglichen werden.

Durch Plattformen, wie beispielsweise myOpenFactory, kann die Transparenz der Zulieferkette verbessert werden. Verzögerungen können so rechtzeitig erkannt werden. Wichtig ist dabei auch, dass der Informationsaustausch der unterschiedlichen Unternehmenssoftwarelösungen (ERP) ohne Medienbruch möglich ist.
Es wurden zwei Praxisbeispiele vorgestellt, die mögliche Lösungen im Bereich der Plattformökonomie darstellen. Die Software der Isah GmbH bietet zum Beispiel eine integrierte ERP-Lösung an, die zu einer höheren Transparenz der internen und externen Prozesse eines Unternehmens beiträgt. Peter van Harten, Geschäftsführer des Unternehmens mit Hauptsitz in den Niederlanden betonte, dass grenzüberschreitende Zusammenarbeit besonders mit Blick auf das gegenseitige Voneinanderlernen von Vorteil sein kann. Die teilweise unterschiedlichen, regionalen Unternehmenskulturen in den Niederlanden und in Nordrhein-Westfalen sind eine gute Basis für eine fruchtbare und ergänzende Zusammenarbeit.

Das zweite Praxisbeispiel der Spanflug GmbH zeigte wie digitale Fertigungsplattformen besonders in dieser Zeit zu einem Aufrechterhalten der Wertschöpfungsnetzwerke beitragen können. Durch die Plattform, die einen Onlineshop beinhaltet, werden Fertigungsaufträge von Kunden digital ausgeschrieben und auf Basis von individuellen Fertigungseinstellungen kalkuliert. Die Kalkulation der zu produzierenden Bauteile basiert dabei auf Basis von CAD-Daten und technischen Zeichnungen. Entsprechend der Anforderungen und der Kapazität der an die Plattform angeschlossenen Fertiger werden jeweiligen Kundenaufträge vergeben und gefertigt.

Veranstalter

Die Veranstaltung wurde von ProduktionNRW angeboten. ProduktionNRW ist das Kompetenznetz des Maschinenbaus und der Produktionstechnik in Nordrhein-Westfalen und wird vom VDMA NRW durchgeführt. ProduktionNRW versteht sich als Plattform, um Unternehmen, Institutionen und Netzwerke untereinander und entlang der Wertschöpfungskette zu vernetzen, zu informieren und zu vermarkten. Wesentliche Teile der Leistungen, die ProduktionNRW erbringt, werden aus Mitteln des Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung (EFRE) gefördert.