Digital Round Table Ausbildung

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In dem vierten digitalen Treffen ging es diesmal schwerpunktmäßig um das Recruiting von Auszubildenden. Die Teilnehmer berichteten, dass sie im Vergleich zum Vorjahr weniger Bewerbungen erhalten.

Der seit längerem anhaltende Trend der abnehmenden Bewerberzahlen hat sich nun noch einmal verstärkt. Als einen Grund hierfür nannten die Teilnehmer des Digital Round Table am 15. Oktober 2020 das Wegfallen von Präsenz-Ausbildungsmessen. Einig waren sie sich in ihrer Einschätzung, dass digitale Ausbildungsmessen zurzeit noch kein adäquater Ersatz für Präsenzmessen sind.

Als einen zweiten Grund für den starken Rückgang an Bewerbungen identifizierten die Unternehmer den fehlenden Einfluss der Schulen durch deren Schließungen im Frühjahr. Lehrer wirken normalerweise positiv auf Schüler ein und motivieren diese, sich zu bewerben. Auch konnten keine Besuche von Firmen in Schulen stattfinden, wie es sie normalerweise im Rahmen von Technikunterricht oder Projektwochen gibt. 

Wendy Wieland, Referentin von der Königsteiner HR-Agentur, gab Tipps worauf die Unternehmen nun besonders achten sollten. Am Ende der Veranstaltung wurden fünf „Learnings“ zusammengefasst:

  • Die Stellenanzeigen für Auszubildende sollten ansprechend gestaltet und formuliert sein. Personaler sollten hier auf die eigenen Auszubildenden zurückgreifen und diese Stellenanzeigen entwerfen lassen, so können Unternehmen besser den Ton der Jugend treffen.
  • Eine Stellenanzeige für einen Ausbildungsplatz spricht immer zwei Zielgruppen an. Zum einem die potentiellen Auszubildenden und zum anderen deren Eltern. Während Schüler an der konkreten Tätigkeit interessiert sind, fokussieren Eltern sich eher auf Themen wie beispielsweise die Übernahmequote.
  • Karrierewebseite geht vor Social Media, auch wenn Social Media immer wichtiger wird, sollten Unternehmen zuerst den Fokus auf die eigene Webseite legen. Eine eigene gut aufgebaute ansprechende Karrierewebseite nur für Auszubildende sollte die oberste Priorität haben, erst danach sollten andere Kanäle bespielt werden.
  • Wenn Unternehmen den Schritt auf die Social Media Plattformen gehen, sollte für eine ausreichende Reichweite gesorgt werden. Dies kann zum einen durch eine hohe Anzahl an Followern/Abonnenten erreicht werden. Da dies nicht so einfach umzusetzen ist, sollten zum anderen bezahlte Anzeigen geschaltet werden, die garantieren, dass Anzeigen auch gesehen und gelesen werden.
  • Lokale/Regionale Ausbildungsmessen sind (noch) nicht durch digitale Formate zu ersetzen.    


Veranstalter

Die Veranstaltung wurde von ProduktionNRW angeboten. ProduktionNRW ist das Kompetenznetz des Maschinenbaus und der Produktionstechnik in Nordrhein-Westfalen und wird vom VDMA NRW durchgeführt. ProduktionNRW versteht sich als Plattform, um Unternehmen, Institutionen und Netzwerke untereinander und entlang der Wertschöpfungskette zu vernetzen, zu informieren und zu vermarkten. Wesentliche Teile der Leistungen, die ProduktionNRW erbringt, werden aus Mitteln des Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung (EFRE) gefördert.