Zusammenarbeit mit der Wissenschaft und Fachkräftebedarf

Schlaglichter aus der aktuellen ZEW-Innovationserhebung sind: Regional vor international. Die Zusammenarbeit mit der Wissenschaft ist im Maschinenbau überdurchschnittlich etabliert. Industrielle Gemeinschaftsforschung, ZIM-Programm und BMBF-Förderung leisten dazu einen wichtigen Beitrag. Und, Ingenieure bleiben gefragt. Forschungsintensive Unternehmen können ihre Stellen schneller besetzen.

In der Innovationserhebung des Leibniz-Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) wurden die Schwerpunktthemen Zusammenarbeit mit der Wissenschaft und Fachkräftebedarf abgefragt. Im Maschinenbau in Deutschland arbeitet jedes vierte Unternehmen mit der Wissenschaft zusammen. Im Vergleich zum Verarbeitenden Gewerbe ist der Maschinenbau stärker an Gemeinschaftsforschung, Auftragsforschung und wissenschaftlicher/technischer Beratung interessiert. Auch informelle Kontakte sind eine wichtige Form der Zusammenarbeit. Die Industrielle Gemeinschaftsforschung nutzt nicht nur die Zusammenarbeit durch die Gemeinschaftsforschung, sondern auch durch Beratung und Auftragsforschung. Daher ist nicht verwunderlich, dass diese Formen häufig bei der Befragung genannt wurden. Zusätzlich werden diese Formen als sehr effektiv bewertet.

Industrielle Gemeinschaftsforschung nutzt verschiedene Transferkanäle

Regional vor international

Industrien nutzen ihr regionales Netzwerk der Universitäten und Fachhochschulen. Im Branchenvergleich zeigt der Maschinenbau weniger Zurückhaltung bei der internationalen Zusammenarbeit, immerhin fast fünf Prozent der Maschinenbauer mit Kooperationen unterhalten diese in Europa. Dennoch machen regionale Zusammenarbeiten 50 Prozent aus, wobei die Technischen Universitäten der wichtigste Kooperationspartner aus der Wissenschaft sind. 

ZIM zieht, aber es geht mehr

Noch werden Maschinenbauer überwiegend durch das ZIM Programm oder das BMBF gefördert. Im Branchenvergleich ist die Industrielle Gemeinschaftsforschung im Maschinenbau stark repräsentiert. Mit der überfälligen Einführung einer steuerlichen Forschungsförderung werden sich weitere Optionen auftun: Die gefestigte Zusammenarbeit mit der Wissenschaft bildet dabei ein tragfähiges Fundament.

Öffentliche Förderungen - ZIM weit vorn

Offene Stellen schwer zu besetzen

Das ZEW hat berechnet, dass im Jahr 2017 von den 1,1 Millionen offenen Stellen aller befragten Unternehmen 200.000 Stellen offen blieben. 360.000 Stellen wurden nur verspätet oder nicht adäquat besetzt. Für Innovatoren zeigt sich hier ein niedriger Anteil, was darauf hindeutet, dass diesen Unternehmen die Stellenbesetzung etwas leichter fällt. Zwei Drittel der Maschinenbauer hatten im Jahr 2017 offenen Stellen – nur gut ein Drittel der betroffenen Unternehmen konnte diese wie geplant besetzen. Restliche wurden gar nicht, verspätet oder nicht mit dem entsprechenden Personal besetzt.

Produktionsberufe wichtig für Forschung

Die Innovationserhebung zeigt: 2017 sind 13 Prozent der Maschinenbauer mit offenen Stellen auf der Suche nach einem Mathematiker, Statistiker oder Informatiker, aber 54 Prozent suchen Natur- oder Ingenieurwissenschaftler. Bei der Suche im Bereich der beruflichen Ausbildung sind Produktionsberufe entscheidend für die Maschinenbauer – 62 Prozent suchen nach Mitarbeitern mit dieser Qualifikation.

Für die visuelle Darstellung und weitere Statistiken zur ZEW-Innovationserhebung schauen Sie sich die angehängten Grafiken an.            

Downloads