Experten bestätigen VDMA: Rente mit 63 lockt die Falschen

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Die sogenannte Rente mit 63 hat sich als politische Fehlentscheidung herausgestellt. Denn anders als gedacht machen vor allem begehrte Fachkräfte von der Möglichkeit Gebrauch, abschlagsfrei vorzeitig in den Ruhestand zu gehen.

Die Befürworter der „Rente mit 63“ hatten dagegen argumentiert, dass man vor allem ausgebrannten oder kranken Beschäftigten eine Chance geben müsse, nach 45 Rentenbeitragsjahren ohne Abschläge vorzeitig aus dem Arbeitsleben auszuscheiden. Deshalb würden für die 45 Jahre auch Zeiten, in denen der Antragsteller Arbeitslosengeld I bezog oder länger krank oder in einer Reha-Maßnahme war, großzügig angerechnet.

Wie Experten der Deutschen Rentenversicherung in einer Untersuchung herausgefunden haben, nutzen aber überwiegend Arbeitnehmer den vorzeitigen Renteneintritt, die voll im Beruf stehen und über 45 Jahre kontinuierlich Rentenbeiträge entrichtet haben. „Nur ein Fünftel der Zugänge wies vor Rentenbeginn keine Erwerbstätigkeit auf“, zitiert die Frankfurter Allgemeine Zeitung (Dienstagsausgabe) aus der Untersuchung der Rentenexperten. Sie seien deshalb zu dem Ergebnis gekommen, so heißt es weiter, „dass vor allem am Arbeitsmarkt langfristig und gut integrierten Personen der abschlagsfreie und vorgezogene Eintritt über diese Altersrente zugutekommt“.

Die FAZ sieht durch die Untersuchung der Deutschen Rentenversicherung die von Personalchefs geäußerte Klage bestätigt, dass die Rente ab 63 viele erfahrene und geschätzte Facharbeiter aus dem Beruf in den Ruhestand gelockt habe. Wie die FAZ schreibt, habe eine Auswertung des VDMA gezeigt, dass die Zahl der Beschäftigten im Alter von 63 bis 65 Jahren im Maschinenbau nach Einführung der Rente mit 63 im Juli 2014 zeitweilig um mehr als 12 Prozent gesunken war und selbst Ende 2016 noch um 7 Prozent niedriger war als zuvor.

Der VDMA hat wiederholt darauf hingewiesen, dass die Rente mit 63 die per se angespannte Nachfrage nach Fachkräften erheblich verschärft hat.