Matheaufgaben aus der betrieblichen Praxis in den Unterricht

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Das Schulfach Mathe polarisiert. Einige Schüler mögen es, viele erleben Misserfolge. Lehrkräfte kämpfen um Zugang zu ihren Schülern. Mit einem spannenden Projekt helfen VDMA Mitglieder dabei.

Die Relevanz von Mathematik für das spätere Berufsleben ist Schüler:innen oft nicht bewusst. Lehrkräfte können diesen Bezug nur selten herstellen. Sie wissen häufig nicht, wo oder wie Mathematik tatsächlich zum Einsatz kommt. Darunter leiden die Motivation und die Leistungsbereitschaft der Schüler:innen.

Praxisbezug herstellen
Deshalb entschloss sich der VDMA in Zusammenarbeit mit Klett MINT realistische Aufgaben aus der betrieblichen Praxis für den Mathematikunterricht an allgemeinbildenden Schulen zu sammeln. VDMA-Mitgliedsunternehmen waren aufgerufen, Aufgaben zu liefern, die im betrieblichen Alltag tatsächlich auftreten. Klett MINT bereitete diese in Arbeitsblättern auf und stellte sie Lehrer*innen zur Verfügung. Schüler*innen der Mittelstufe sollten so den unmittelbaren Nutzen von Mathematik in der außerschulischen Welt besser verstehen.

Voller Erfolg
Das Pilotprojekt war ein voller Erfolg, zwei weitere Aufrufe zum Einreichen von Matheaufgaben mit Realitätsbezug folgten. Insgesamt wurden 37 Aufgaben veröffentlicht und erfolgreich in der Lehrerzeitschrift MINT Zirkel sowie auf Facebook und Twitter beworben.

Die Arbeitsblätter kamen bei den Lehrer:innen sehr gut an. Insgesamt konnten bisher über 100.000 Downloads in der Aufgabensammlung verzeichnet werden!

Neues Konzept
Durch die Corona-Auswirkungen hat sich das Lernen stark verändert, der (Mathematik-)Unterricht musste auch digital werden. Somit haben sich im Jahr 2020 der VDMA und Klett MINT dazu entschlossen, die beliebtesten Aufgaben digital zu digitalisieren und um Videos – nach Möglichkeit aus dem jeweiligen Betrieb oder allgemein zum Thema passend – sowie kleine Lernspiele zu erweitern. Das Lehrpersonal hat nun die Möglichkeit nicht nur für den Präsenzunterricht auf konkrete Praxisbeispiele zurückzugreifen, sondern diese im auch Fernunterricht oder neudeutsch „Homeschooling“ zu nutzen. Die Erweiterungen der einzelnen Aufgaben, um zusätzliches Wissen und Möglichkeiten, eröffnen den Schüler:innen weitere greifbare Zugänge zu dem vielleicht ungeliebten Thema Mathematik. 

Die meisten Aufgaben haben dabei, durch Punktevergabe bei richtigen Antworten und anschließender Lösungsansicht, die Möglichkeit zur Selbstkontrolle. Durch Speicherung der erledigten Aufgaben als PDF können die Ergebnisse am Ende festgehalten und auch mit der Lehrkraft geteilt werden. So ist eine Lernkontrolle nicht nur durch die Schüler:innen, sondern auch durch die Lehrkraft möglich.

Die Videos wiederum bieten den Schüler:innen verbesserten Einblick in die Berufswelt trotzt Corona. Für die beteiligten Unternehmen ergibt sich so die Möglichkeit, Azubimarketing und Imagepflege bei der jugendlichen Zielgruppe zu betreiben.

Zuspruch aus der Mitgliedschaft
Eins der Unternehmen, dass 2017 beteiligt war ist Maschinenfabrik Niehoff. Auf die Frage nach der Motivation dazu antwortet der Ausbilder Markus Hindelang: „Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass es hilft, junge Leute zu motivieren, wenn eine Aufgabe einen Bezug zur Realität hat und einen Sinn ergibt“. Klett wird demnächst wieder einen neuen Aufruf zum Mitmachen starten, wir halten Sie dazu auf dem Laufenden.

Die Lehrkräfte können alle bisher erstellten Arbeitsblätter weiterhin im Unterricht wirksam zum Einsatz bringen, frei nach dem Motto: "Diese Matheaufgaben beruhen auf wahren Begebenheiten." https://mint-zirkel.de/unterrichtsmaterialien/matheaufgaben-aus-der-arbeitswelt/ 

Weiterführende Links 
www.klett-mint.de/matheaufgaben-aus-der-arbeitswelt