Ganzheitlicher qualifizieren - individueller fördern

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Industrie 4.0 verändert Lernen grundlegend - innerhalb und außerhalb der Arbeit. Die Bernd Münstermann GmbH & Co. KG stellt sich schon heute darauf ein.

Arbeit wird ganzheitlicher
Die Arbeit der Zukunft wird von einer immer schneller fortschreitenden Digitalisierung gekennzeichnet sein: Wissen entsteht neu, potenziert sich, verfällt, ist im Netz weltweit verfügbar. Digitale Technik ersetzt viele Arbeitsprozesse, die vormals von Hand durchgeführt wurden, erleichtert ein genaues Arbeiten und ermöglicht innovative Fertigungsprozesse und Produkte. Neue Berufe werden sich etablieren, die Branche der Dienstleister wird sich erweitern.

In allen technisch orientierten Berufen wird die Kunst der täglichen Arbeit darin bestehen, aus der Vielfalt an Informationen diejenigen herauszufiltern, die für den jeweiligen Arbeitsbereich relevant sind. Dazu sind Kompetenzen wir Zuverlässigkeit, Ehrlichkeit, Kommunikations- und Reflexionsfähigkeit gefordert. Arbeit muss ganzheitlich betrachtet und gedacht werden.

 

Veränderungsbereitschaft ist für alle notwendig
Ein Unternehmer oder eine Führungskraft wissen heute im Detail viel weniger als früher darüber, was ihre Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen an Wissen verarbeiten, neu denken und entwickeln und in Projekte einbringen. Vor allem eigene Verantwortung und selbständiges Arbeiten sind gefragt. Flache Hierarchien, abteilungsübergreifende Kommunikation, gewollter altersunabhängiger Austausch und Entwicklung von Wissen sind daher wesentliche Merkmale zukunftsfähiger Unternehmenskultur.

 

Differenzierte Ausbildung führt zum Erfolg
Ausbildung junger Menschen wird sich in Zukunft nicht mehr an dem Leitspruch "Lehrjahre sind keine Herrenjahre" orientieren können und dürfen. Differenzierung nach Stärken und Schwächen des Einzelnen ist hier seitens der Ausbilderinnen und Ausbilder gefragt. Durch frühe und kleine Erfolge lässt sich Begeisterung für einen Beruf erhalten, ausbauen udn zu erfolgreicher Arbeit entwickeln. Nicht nur fachliche, sondern auch die außerfachliche Bildung spielt dabei eine wesentliche Rolle: ehrenamtliches Engagement, Sport, Kultur u. a. gehören zum Gesamtbild einer erfolgreichen Ausbildung. Freiräume und spezielle Projekte für die Entwicklung von "Lust auf Arbeit" und Kreativität sind notwendig, damit nachhaltige Wertschöpfung möglich wird.

 

Unternehmen sind Bildungspartner vor Ort
Für die Nachwuchssicherung müssen wir uns als Unternehmer vor Ort mit einbringen. Nicht nur über Dritte, sondern auch direkt und als Vorbild: persönlich, überzeugend, authentisch, begeisternd! Schülerinnen und Schüler brauchen Partner vor Ort, um ein Gefühl für Wirtschafts- und Arbeitsprozesse und deren zukünftigen Herausforderungen zu entwickeln und berufliche Felder kennen zu lernen. Berufliche Praxis kann nicht nur gelehrt, sondern muss auch erfahrbar gemacht werden.
 

Ausbilder sind Impulsgeber
Kreativität entsteht, wenn Freiräume zur Verfügung stehen, in denen junge Menschen ausprobieren, verwerfen, Fehler machen und neu beginnen dürfen. Ein vertrauliches Loslassen seitens der Ausbilder kann jungen Menschen eigene Kreativität ermöglichen. Nicht als "Lehrherr", sondern eher als Impulsgeber und Bildungspartner.

Vernetztes Denken braucht vernetzte Strukturen
Wenn gegenseitige Wertschätzung, Teamgeist und Kommunikation wesentliche Faktoren sind, die in der beruflichen Arbeitswelt eine Rolle spielen, brauchen wir Schulen, die Schülerinnen und Schüler in dieser Richtung ganzheitlich entwickeln. Nicht allein das Trimmen auf fachliche Inhalte und die Erfüllung von Lehrplanvorgaben führen dabei zum Erfolg. Auch Fächer wie Kunst und Musik oder andere Fächer mit entsprechenden Freiräumen für die Entwicklung und Umsetzung kreativer Ideen sind hier notwendig.
 

Fachkräfte für kompetente Vermittlung in der Schule
Digitale Technik muss bereits in der Schule auf solider Basis Anwendung finden. Die frühe und sinnvolle Nutzung digitaler Medien bedarf Pädagoginnen und Pädagogen, die sich fachlich in diesem Bereich umfassend auskennen und Schülerinnen und Schülern eine sinnvolle Nutzung vermitteln können. Dabei spielen Hardware in Form von Raum und technischer Ausstattung eine wichtige Rolle. Wichtiger noch sind geeignete pädagogische Konzepte und fachlich qualifiziertes Personal. Denn digitale Medien ermöglichen Lernen von überall aus, direkt und indirekt. "Wertschätzung" statt "Ausnutzung" führt zu mehr Wertschöpfung. Flache Hierarchien mit Zutrauen und Vertrauen in Absprache und auf gegenseitiger Basis sind da zielführend. Gelebte Werte aller an Bildung Beteiligten als Vorbild für Schülerinnen und Schüler erlebbar zu machen, wird wesentliche Herausforderung der Zukunft sein!
 

Duale Ausbildung ist zukunftsfähig
Die zukunftfähige Motivation für Ausbildung stellt den Menschen als soziales Wesen in den Mittelpunkt. Aus Sicht der Schülerinnen und Schüler helfen hier Netzwerke vor Ort, die miteinander kommunizieren, miteinander reden, voneinander wissen und gemeinsam aktiv werden. Sowohl Schule als auch Vereine und weitere Gruppen vor Ort leisten einen wesentlichen Beitrag zu einer ganzheitlichen, werteorientierten Bildung junger Menschen. Erziehung darf nicht allein der Schule überlassen werden. Erziehung ist vor allem Sache der Eltern; Partner vor Ort können hierbei unterstützen.

Duale Ausbildung wird und muss einen hohen Stellenwert behalten. Sie bildet die Grundlage für eine qualifizierte Ausbildung, in der eine Verknüpfung von Theorie und Praxis auf vielen Ebenen, auch in einer zunehmend global vernetzten Arbeitswelt, ganzheitlich erlebbar und erfahrbar wird!

Autor:
Dirk Münstermann

Ausbildungskoordinator
Bernd Münstermann GmbH & Co. KG