M+E Tarifrunde: Arbeitgeber und IG Metall einigen sich auf Pilotabschluss

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In der Nacht vom 5. auf den 6. Februar haben sich Arbeitgeber und Gewerkschaft auf einen Tarifabschluss in Baden-Württemberg verständigt.

Der Tarifvertrag hat ausgehend vom 01.01.2018 eine Laufzeit von 27 Monaten und endet am 31.03.2020. Nach einer Einmalzahlung von insgesamt 100 € für die Monate Januar bis März 2018 steigen die Tarifentgelte ab dem 01. April 2018 um 4,3 Prozent. Zusätzlich werden folgende Sonderzahlungen tarifvertraglich festgeschrieben:

  • Ab 2019 gibt es jedes Jahr im Juli eine Einmalzahlung in Höhe von 12,3 Prozent eines monatlichen Grundentgeltes.
  • Ebenfalls ab 2019 ist eine weitere jährlich wiederkehrende Sonderzahlung in Höhe von 27,54 Prozent eines Monatsentgelts vorgesehen.

    Diese Sonderzahlung kann unter dem Namen T-ZUG („Tarifliches Zusatzgeld“) von einzelnen Beschäftigtengruppen durch zusätzliche Freizeit ersetzt werden.  Unter bestimmten Voraussetzungen (Kinderbetreuung, Pflege, Schichtarbeit) können Beschäftigte statt dieser neuen Sonderzahlung 8 zusätzliche freie Tage wählen.

In Bezug auf die Arbeitszeit sehen die neuen tariflichen Regelungen sowohl die Möglichkeit einer Verkürzung auf bis zu 28 Stunden pro Woche als auch einer Erhöhung der Arbeitszeit auf maximal 40 Stunden pro Woche vor. Die Veränderung der Arbeitszeit ist jeweils an detaillierte Voraussetzungen geknüpft. Ein Lohnausgleich im Falle der Verkürzung der Arbeitszeit ist nicht vorgesehen.

Zudem einigen sich die Tarifvertragsparteien u.a. auf folgende Punkte:

  • Zusätzlicher Freistellungstag für Auszubildende vor Prüfungstagen
  • Tariflicher Rahmen für freiwillige Betriebsvereinbarungen zu "mobiles Arbeiten".

Die Ergebnisse sollen in den anderen Tarifbezirken übernommen werden.Eine erste Übersicht über die tarifvertraglichen Regelungen im Detail finden Sie unter:

https://arbeitsmarkt.vdma.org/viewer/-/v2article/render/24351761

Aus Sicht des VDMA werden die komplexen Vereinbarungen zur Arbeitszeit im betrieblichen Alltag zu erheblichen Unsicherheiten führen. Die vergleichsweise lange Laufzeit des Tarifvertrags und die Möglichkeit, auch längere Arbeitszeiten zu vereinbaren, sind zwar grundsätzlich positiv, aber nur ein schwacher Trost.  Einmalzahlungen, die an konjunkturelle Entwicklungen gekoppelt werden, sind prinzipiell der richtige Weg, dürfen aber nicht verstetigt werden. In Summe wird dieser Tarifabschluss gerade für die kleinen und mittleren Unternehmen im Maschinen- und Anlagenbau daher zu teuer.