Sachgrundlose Befristung erhalten!

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Im Zuge der Verhandlungen zwischen CDU /CSU und SPD über eine mögliche Regierungsbildung steht weiterhin die Abschaffung der sachgrundlosen Befristung im Fokus der Debatte. Aus Sicht des VDMA ist die Diskussion völlig verfehlt.

Befristete Arbeitsverträge tragen zum Aufbau der Beschäftigung in Deutschland bei. Sie bieten Arbeitssuchenden einerseits einen Weg für einen Erst- oder Wiedereinstieg in den Arbeitsmarkt. Für Arbeitgeber, die sich wie die Unternehmen des Maschinen- und Anlagenbaus in einem zyklischen Umfeld bewegen ist es von großer Bedeutung, dass die Kapazitäten und der Personalstand schnell und flexibel an die Nachfrage angepasst werden können. Das Instrument der Befristungen ist hierfür – neben der Zeitarbeit - ein wichtiges und probates Mittel. Dieses gilt es zu erhalten, fortzuführen und praxisgerecht zu gestalten.

Grundsätzlich dürfen die bestehenden Regelungen über die Befristung von Arbeitsverhältnissen daher nicht verschärft werden. Änderungen sind notwendig, jedoch müssen diese auf eine Lockerung der bisherigen Vorschriften abzielen.

Gerade Befristungen ohne Sachgrund sind für viele Unternehmen von großer Bedeutung, da im Vergleich hierzu Befristungen mit einem Sachgrund häufig aufgrund der überzogenen Anforderungen der Rechtsprechung nicht rechtssicher ausgestaltet werden können. Zudem dient die Befristung ohne Sachgrund immer häufiger als Mittel der Erprobung, da die eigentliche Probezeit von 6 Monaten bei der Besetzung vieler Stellen nicht mehr ausreichend ist.

Letztlich muss man jedoch feststellen, dass sich die Aussicht, direkt aus einer befristeten Beschäftigung (mit oder Sachgrund) in ein unbefristetes Arbeitsverhältnis übernommen zu werden in den letzten Jahren nochmals verbessert hat. Zuletzt wurden 40 % der befristet Beschäftigten unmittelbar in ein unbefristetes Arbeitsverhältnis übernommen (IAB, 2017). Insgesamt erhalten fast ¾ der befristet Beschäftigten in ihrem Betrieb eine Anschlussbeschäftigung (BDA, 2017).

Der Anteil der Befristungen (mit und ohne Sachgrund) liegt seit vielen Jahren konstant unter 10 % (BDA 2017). Im Maschinen- und Anlagenbau liegt der Anteil der Stellenangebote mit einer Befristung bei ca. 15 % (Bundesagentur für Arbeit, 2016). Nach eigenen Schätzungen dürfte der Anteil der befristeten Arbeitsverträge im Maschinen- und Anlagenbau im niedrigen einstelligen Prozentbereich liegen.