Studie „Ingenieure für Industrie 4.0“ ermittelt neue Kompetenzanforderungen durch Digitalisierung

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VDMA Bildung und die IMPULS-Stiftung des VDMA haben beim Institut für Sozialwissenschaftliche Forschung (ISF) München eine Studie „Ingenieure für Industrie 4.0“ in Auftrag gegeben. Die Studie soll neue Kompetenzanforderungen an Ingenieurinnen und Ingenieure durch die Digitalisierung im Maschinen- und Anlagenbau identifizieren.

Hintergrund
Industrie 4.0 verändert den Maschinen- und Anlagenbau grundlegend. Produktionsabläufe wandeln sich, neue Dienstleistungen und Geschäftsmodelle entstehen, Prozesse werden umgestaltet, neue Produkte werden entwickelt. Dies verlangt nach neuen Qualifikationen und Kompetenzen bei den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Selbstverständlich betrifft dies auch die Ingenieure und deren Ausbildung an den Hochschulen. Als wichtigster Ingenieurarbeitgeber in Deutschland hat der Maschinen- und Anlagenbau ein besonderes Interesse am Gelingen dieses Anpassungsprozesses.

Noch besteht Unklarheit darüber, welche Kompetenzen und welches Wissen ein Ingenieur heute und künftig haben muss, damit er die Umsetzung von Industrie 4.0 erfolgreich gestalten kann. Welche Qualifikationen werden wichtiger? Welche Kompetenzanforderungen stellen die Unternehmen? Welche Auswirkungen hat Industrie 4.0 auf die Disziplinen Maschinenbau, Elektrotechnik und Informatik und deren Zusammenspiel? Welche Bedeutung haben überfachliche Kompetenzen für die Realisierung von Industrie 4.0? 

Aber auch auf Seiten der Hochschulen als „Anbieter“ des Ingenieurstudiums ergeben sich wichtige Fragen: Müssen Curricula und Studienganginhalte angepasst oder ergänzt werden? Wie können solche Reformen gelingen? Welche Lehrformen und -formate eignen sich besonders gut, um auf Industrie 4.0 vorzubereiten? Diese Kernfragen möchte die Studie „Ingenieure für Industrie 4.0“ beantworten. 

Vorgehehen und Forschungsdesign
Auf der Seite der Unternehmen untersucht die Studie verschiedene Zweige des Maschinen- und Anlagenbaus in Deutschland mit einem gemischten Forschungsdesign. Zum einen werden qualitative Interviews in Unternehmen durchgeführt. Dadurch wird ein detailliertes Bild der Bedingungen, Veränderungen und Herausforderungen in verschiedenen Bereichen der Unternehmen im Hinblick auf Industrie 4.0 erstellt.

Ein besonderer Fokus der Studie liegt darauf, ein umfassendes Profil neuer Anforderungen an Ingenieure zu erarbeiten, die im Kontext von Veränderungen der Unternehmensorganisation und der Unternehmensprozesse im Zuge von Industrie 4.0 entstehen. Dies umfasst etwa Verzahnungen bislang getrennter fachlicher Disziplinen (Maschinenbau, Elektrotechnik, Informatik) und eine Reihe überfachlicher Kompetenzanforderungen, die sich aus neuen vernetzten Formen der Arbeit ergeben.  

In einem zweiten Schritt werden Experteninterviews mit Vertreterinnen und Vertretern von Universitäten, Fachhochschulen und Dualen Hochschulen geführt. Dabei geht es dann um zukünftige Ingenieurprofile aus Perspektive der Hochschulen sowie um Wege, wie diese realisiert werden können. Die Themen umfassen die Anpassung bestehender Studiengänge, neue Curricula und Studienganginhalte, neue Lehr-/Lernmethoden sowie neue Formen der Kooperation zwischen der Industrie und den Hochschulen.

Ziele der Studie
Die Studie soll als Kernergebnis ein Soll-Profil für „Ingenieure für Industrie 4.0“ erarbeiten. Daraus kann dann ein notwendiger Reform- und Anpassungsbedarf bei den Hochschulen abgeleitet werden. Hierzu sollen auch erfolgreiche Good-Practice-Beispiele aufgezeigt und mögliche Handlungsempfehlungen gegeben werden. Als drittes Ergebnis kann das Soll-Profil der „Ingenieure für Industrie 4.0“ den Unternehmen des Maschinen- und Anlagenbaus auch als Selbstcheck und Kompetenzabgleich dienen. Hierzu wird ein Online-Instrument bereitgestellt. Insgesamt soll die Studie dazu beitragen, dass sowohl Unternehmen als auch Hochschulen die für Industrie 4.0 notwendigen Kompetenzen weiter aus- und aufbauen.