VDMA: Arbeit 4.0 ermöglicht mehr Flexibilität, nicht weniger

Katrin Neuhauser - Bundestag

VDMA-Hauptgeschäftsführer Thilo Brodtmann wirft den Grünen vor, beim Thema „Arbeit 4.0“ einseitig auf weitere Regulierung des Arbeitsmarktes zu setzen.

Zu dem Antrag „Arbeit 4.0 – Arbeitswelt von morgen gestalten“, den die Grünen am Donnerstag im Bundestag eingebrachten haben, sagt Brodtmann: „Leider werden zu sehr die Risiken betont und zu wenig die Chancen, die sich aus der Digitalisierung für Arbeitnehmer und Arbeitgeber ergeben. Auch die Grünen sprechen sich bereits für Regulierungen einer digitalisierten Arbeitswelt aus, bevor sie richtig begonnen hat.“ Zudem könnten viele der Probleme, die sich nach Auffassung der Grünen aus der Digitalisierung ergeben könnten, in den Betrieben selbst oder von den Tarifparteien gelöst werden. Ein Eingreifen des Gesetzgebers, wie von den Grünen gefordert, sei, so Brodtmann, „eine schlechte Alternative“.

Der VDMA-Hauptgeschäftsführer hält ebenfalls nichts davon, die berufliche Weiterbildung zum zweiten zentralen Handlungsfeld in der Arbeitsagentur auszubauen. Qualifizierung müsse sich an den Anforderungen der Unternehmen orientieren. Brodtmann erläutert: „Staatlich geplante und organisierte Fort- und Weiterbildung durch eine Weiterbildungsbehörde würde zwangsläufig am Bedarf vorbei qualifizieren.“ Zudem kritisiert Brodtmann, dass im Grünen-Antrag das Bedürfnis der Unternehmen nach Flexibilität ausgeblendet wird. Ohne Beschäftigungsformen wie Zeitarbeit, Werk-und Dienstverträge sowie sachgrundlose Befristung könnte aber gerade der industrielle Mittelstand den Anforderungen der Digitalisierung der Produktion nicht gerecht werden.