VDMA zum Weißbuch: „So nicht, Frau Nahles!“

dpa

VDMA-Hauptgeschäftsführer Thilo Brodtmann wirft Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles (SPD) vor, einseitig die Interessen der Arbeitnehmer zu betonen, wenn es um mehr Flexibilität geht.

Zur Veröffentlichung des Weißbuchs Arbeit 4.0 durch die Arbeitsministerin am Dienstag in Berlin erklärt Brodtmann: „Wir stimmen der Analyse zu, dass der Arbeitsmarkt wegen der Digitalisierung flexibler gestaltet werden muss. Die Ministerin betrachtet die Entwicklung aber leider einseitig aus Arbeitnehmersicht. Das berechtigte Verlangen der Unternehmen nach mehr Flexibilität wird von ihr als Feigenblatt bezeichnet, um Schutzstandards zu unterlaufen. So geht es nicht, Frau Nahles!“

Der VDMA-Hauptgeschäftsführer wirft der Arbeitsministerin konkret vor, in ihrem Weißbuch fast ausschließlich den Interessen der Arbeitnehmer das Wort zu reden, indem sie ein Rückkehrrecht auf befristete Teilzeit und eine Wahlarbeitszeit anregt. „Im Zuge der Digitalisierung der Produktion sind die Unternehmen noch stärker als bisher darauf angewiesen, ihr Personalmanagement möglichst flexibel zu gestalten. Dazu sind aber Instrumente wie Werkverträge und Zeitarbeit unabdingbar. Ich hätte mir hierzu ein klares Bekenntnis der Ministerin gewünscht“, sagt Brodtmann. Stattdessen würde das Weißbuch Ansprüche der Arbeitnehmer vorformulieren, die auf mehr Reglementierung zu Lasten der Unternehmen hinauslaufe.