Sicher Reisen – nicht nur in der Pandemie

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Der Maschinenbau ist international aufgestellt und Auslandsreisen für kurze oder auch längere Zeiträume gehören zum täglichen Geschäft. Diese werden zurzeit durch die Corona-Pandemie erschwert. Das Thema Reisesicherheit ist von großer Bedeutung.

Der beiden Veranstaltungen „Sicher Reisen – nicht nur in der Pandemie“ fanden am 27. Oktober 2020 vor- und nachmittags statt. Alles drehte sich um die Frage: Brauchen auch kleine und mittelständische Unternehmen wirklich ein Reiserisikomanagement? Die Coronapandemie stellt die Prozesse rund um das Reisemanagement in vielen Unternehmen des stark exportorientierten Maschinen- und Anlagenbaus auf den Prüfstand. Die vielen Ungewissheiten, die die Coronakrise für reisende Mitarbeiter mit sich bringt, offenbaren, dass in vielen Unternehmen grundsätzlich ein strukturiertes Herangehen an die Thematik fehlt.

Monika Hollacher, Referentin in der VDMA Außenwirtschaft und Eduard Kull, Business Development Manager bei International SOS, einem Unternehmen für medizinische und Reisesicherheitsdienste, gaben thematische Impulse. Sie stellten verschiedene globale Herausforderungen des Reisens vor, die auch bereits vor der Coronapandemie vorhanden waren.

Kull ging auf das Schutzbedürfnis des Reisenden ein, das von seinem eigenen Risikoprofil abhängt. Er stellte hierzu fünf Faktoren vor, die dabei beachtet werden sollten: Diversität, mentale Gesundheit, Geschlecht, Vorerkrankungen sowie die Erfahrung des Reisenden.

Danach sprachen die Referenten über die Fürsorgepflicht des Arbeitgebers, die diesen verpflichtet, Mitarbeiter vor Risiken und Bedrohungen zu schützen. Gefährdungen müssen im Vorfeld erörtert und entsprechende Vorkehrungen geschaffen werden. Außerdem müssen alle Risiken und Gefährdungen in einer Gefährdungsbeurteilung erfasst und bewertet werden. Die Ergebnisse der Gefährdungsbeurteilung dienen als Grundlage für Schutz- und Präventionsmaßnahmen im Unternehmen.

Matrix erfasst Risiken und Aktivitäten zum Schutz

Kull stellte eine Matrix zur Umsetzung der Gefährdungsbeurteilung für Auslandreisen vor. Hier werden dem Reisesicherheitsrisiko – abgestuft in fünf Stufen von unbedeutend bis sehr hoch –

Aktivitäten zu Schutz und Prävention gegenübergestellt. Diese Aktivitäten umfassen Training, Gefährdungsbeurteilung & Information, Monitoring und zusätzliche Maßnahmen. Des Weiteren wird auch der Genehmiger der Reise in der Matrix erfasst.

Der Praxisleitfaden „Reiserisikomanagement für Arbeitseinsätze  im Ausland – Der Weg zur Einführung von  Unternehmenslösungen“ der VDMA-Außenwirtschaft zeigt auf, wie Unternehmen das Reiserisikomanagement in drei Phasen einführen können.

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Veranstalter

Die Veranstaltung wurde von ProduktionNRW angeboten. ProduktionNRW ist das Kompetenznetz des Maschinenbaus und der Produktionstechnik in Nordrhein-Westfalen und wird vom VDMA NRW durchgeführt. ProduktionNRW versteht sich als Plattform, um Unternehmen, Institutionen und Netzwerke untereinander und entlang der Wertschöpfungskette zu vernetzen, zu informieren und zu vermarkten. Wesentliche Teile der Leistungen, die ProduktionNRW erbringt, werden aus Mitteln des Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung (EFRE) gefördert.