Made in Europe“: EU-Forschungsprogramm zu Produktion nimmt Form an

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Auch im neuen EU-Forschungsrahmenprogramm „Horizon Europe“ ist wieder eine Public-Private-Partnerschaft zum Thema Produktion geplant: „Made in Europe“. Neben „Klassikern“ wie Industrie 4.0 und zukünftigen Produktionsverfahren stehen nun auch Hot Topics wie Kreislaufwirtschaft, Künstliche Intelligenz und Klimaschutz auf der Forschungsagenda.

Noch ist zwar nichts entschieden, aber die Chancen für „Made in Europe“ stehen gut. Für den Maschinenbau wären das gute Nachrichten: Damit gäbe es weiterhin die zentrale europäische Anlaufstelle für die Zukunftsthemen der Maschinenbauer. Schon das Vorgängerprogramm „Factories of the Future“ war der Dreh- und Angelpunkt der europäischen Produktionsforschung: Wer grenzüberschreitend zu Themen wie Industrie 4.0, 3D-Druck oder B2B-Online-Plattformen forschen wollte, konnte hier Fördergelder und Forschungspartner finden. Der VDMA hat sich daher im Diskussionsprozess zwischen Politik und Wirtschaft intensiv für eine modernisierte Neuauflage eingesetzt und ist nun guter Dinge, dass „Made in Europe“ kommen wird.

„Aus Sicht des VDMA ist eine europäische Plattform für die Produktionsforschung unverzichtbar, um Europa und seine Industrie fit für die Zukunft zu machen. Nur wenn die besten Köpfe aus europäischen Unternehmen und Forschungseinrichtungen zusammenkommen, können wir unsere weltweite Technologieführerschaft sichern und gleichzeitig die Nachhaltigkeitsziele erreichen“, sagt Dietmar Goericke, Leiter Forschung im VDMA, „ob Circular Economy, Klimaneutralität oder nachhaltige Produktion und Produkte, ohne moderne Produktionstechnologien geht es nicht“. 

Partnerschaft zwischen Politik und Industrie

„Made in Europe“ ist aber nicht nur für Förderung und Forschungszusammenarbeit wichtig. Das Programm wird als „öffentlich private Partnerschaft“ umgesetzt, also als formale Kooperation zwischen der EU-Kommission auf der einen Seite und Industrie und Forschungsorganisationen (organisiert im Verband „European Factories of the Future Research Association“, EFFRA) auf der anderen Seite. Diese „Public-Private-Partnership“ ist damit auch eine entscheidende Dialogplattform mit der EU-Kommission und die Basis für den Austausch mit der Politik zu aktuellen technologischen und gesellschaftlichen Herausforderungen – vor dem Hintergrund der vielen Herausforderungen und ehrgeizigen Politikziele der EU wichtiger denn je.

Für den VDMA ist diese „PPP“ eine Erfolgsgeschichte seit 2008: Unter dem Eindruck der damaligen Finanz- und Wirtschaftskrise hatten EU-Kommission und Vertreter des Manufuture-Technologienetzwerks die erste „Factories-of-the-Future“-Partnerschaft aufgesetzt – mit dem VDMA als Gründungsmitglied. Seitdem haben Produktionsthemen in der EU einen viel höheren Stellenwert – was auch die rund 1,8 Milliarden Euro an Forschungsgeldern zeigen, die seitdem in mehr als 320 Projekte geflossen sind.

Der VDMA ist seit den Anfängen bis heute maßgeblich beteiligt. Für Goericke schließt sich der Kreis: „Damals wie heute gibt es eine Krise, die Europa gemeinsam und mit intensiver Kooperation bewältigen muss. „Made in Europe“ ist dazu genau das richtige Instrument zum richtigen Zeitpunkt.“

Weitere Informationen zum aktuellen Stand und den Forschungsthemen gibt es hier.