Was ist das "Maschinenhaus"?

Das "Maschinenhaus - Campus für Ingenieurinnen und Ingenieure" ist die VDMA-Initiative für mehr Studienerfolg in den Ingenieurwissenschaften.

Herausforderungen an das Ingenieurstudium

Drei Herausforderungen an das Ingenieurstudium

Die deutsche Maschinenbauindustrie und die Hochschulen - und hier insbesondere die ingenieurwissenschaftlichen Fachbereiche und Fakultäten - sehen sich gemeinsam drei grundlegenden Herausforderungen ausgesetzt:

  • Die Abbruchquoten in den Studiengängen des Maschinenbaus und der Elektrotechnik sind nach wie vor sehr hoch. Zu viele junge Menschen verlassen ohne Abschluss die Hochschule und zu viele Ressourcen werden verschwendet. Die Unternehmen haben einen hohen Bedarf nach Ingenieuren und können oftmals ihre Stellen nicht erfolgreich besetzen. Der demographisch bedingte Ersatzbedarf sowie technologische Veränderungen lassen hier einen weiteren Nachfrageschub erwarten.
  • Der Maschinenbau befindet sich in einer technologischen Umbruchphase: Die Digitalisierung der Produktion – meist zusammengefasst unter dem Stichwort Industrie 4.0 – wird Geschäftsmodelle verändern, neue Innovationen hervorbringen und eine Anpassung von Unternehmen, ihren Produkten und ihrer Produktion erfordern. Dazu werden hochqualifizierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gebraucht werden, aber auch andere Qualifikationen und Fähigkeiten als dies in der Vergangenheit der Fall war. Das Ingenieurstudium muss auf technologische Veränderungen reagieren. Gleichzeitig wünschen sich die Unternehmen sehr oft eine stärkere Praxisorientierung des Studiums.
  • Das Wissenschaftssystem und die Hochschulen als Träger der Ingenieurausbildung stehen vor vielfältigen Herausforderungen: Eine zunehmend heterogenere Studierendenschaft, die Digitalisierung der Lehre, ein weiterere Internationalisierung der Wissenschaftslandschaft oder demographische Veränderungen sind nur einige der Herausforderungen, die die Hochschulen in den nächsten Jahren fordern und verändern werden.

Zur Bewältigung dieser Veränderungsprozesse und zur Sicherstellung einer ausreichenden Anzahl an erstklassig ausgebildeten Ingenieurinnen und Ingenieure hat der VDMA im Jahr 2013 die Initiative „Maschinenhaus – Campus für Ingenieurinnen und Ingenieure“ ins Leben gerufen.

 

 

Die Ziele der Maschinenhaus-Initiative

Im „Maschinenhaus“ arbeitet der VDMA mit ingenieurwissenschaftlichen Fachbereichen und Fakultäten im gesamten Bundesgebiet eng zusammen und berät und unterstützt diese dabei, mehr Studienerfolg möglich zu machen. Mehr Studienerfolg hat dabei zwei Dimensionen:

  • Studienerfolg bedeutet zum einen quantitativ die Verringerung der hohen Abbruchquoten in ingenieurwissenschaftlichen Studiengängen und damit die Ausbildung von mehr Ingenieurinnen und Ingenieuren für den Arbeitsmarkt.
  • Studienerfolg bedeutet aber auch qualitativ die Sicherstellung der hohen Standards der deutschen Ingenieurausbildung und eine praxisorientierte Ausbildung für das spätere persönliche und berufliche Leben der Hochschulabsolventen. Dabei müssen insbesondere in Zeiten der Digitalisierung auch Lehrinhalte und Curricula kontinuierlich angepasst werden und sich auf dem aktuellen Stand der Technologie befinden.

Die Teilprojekte der Maschinenhaus-Initiative

Die Teilprojekte der Maschinenhaus-Initiative

Die Basis für das Maschinenhaus-Projekt bilden fünf wissenschaftliche Studien und Befragungen, die systematisch Themen wie Studienabbruch, Qualitätsmanagement in der Lehre sowie Verbesserungsbedarfe in der Lehre untersucht haben. Diese Erkenntnisse aus den Studien sollen aber auch in die Praxis an den Hochschulen transferiert werden und gemeinsam mit den dortigen Expertinnen und Experten weitere Verbesserungen der Hochschullehre und ihres Qualitätsmangements möglich gemacht werden. Dies geschieht in fünf Teilprojekten:

  • Die Transferprojekte sind individuelle Workshopreihen an den Hochschulen vor Ort zur Analyse des Status Quo in der Lehre und der Entwicklung von neuen Maßnahmen.
  • Der Hochschulpreis „Bestes Maschinenhaus“ ist mit 165.000 Euro Gesamtpreisgeldern der höchstdotierte Lehrpreis in Deutschland. Er wird alle zwei Jahre verliehen und möchte Anreize für sowie Aufmerksamkeit auf das Thema Hochschullehre setzen.
  • Der Erfahrungsaustausch Maschinenhaus bringt zwei bis drei Mal im Jahr Hochschulexpertinnen und -experten zu einem Austausch und Diskussion über bessere Lehre zusammen.
  • Die Maschinenhaus-Toolbox ist eine frei verfügbare, praxisorientierte Sammlung an Hinweisen, Checklisten und Good-Practice-Beispielen zur Verbesserung der Hochschullehre.
  • Das Teilprojekt Politische Rahmenbedingungen analysiert, welche Handlungsmöglichkeiten in der Politik für mehr Studienerfolg bestehen. Es möchte die Bedeutung der Hochschullehre für den Wissenschafts- und Wirtschaftsstandort Deutschland auch nach außen tragen und in die politische Diskussion tragen.

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