Arbeitsmarkt- und Tarifpolitik

Erfolgreiche Unternehmen benötigen eine bedarfsgerechte Arbeitsmarkt- und Tarifpolitik

 

Internationale Wettbewerbsfähigkeit, nachhaltiges Wachstum und eine langfristige Beschäftigungssicherung in Deutschland können langfristig nur in einem dynamischen, arbeitsteiligen Umfeld mit einem flexiblen Arbeitsmarkt gesichert werden. Auftragsschwankungen und verzweigte Wertschöpfungsketten gehören in der globalisierten Wirtschaft zum Alltag. Die Unternehmen müssen mit einem zyklischen Auftragseingang atmen und ihre Kapazitäten schnell anpassen können. Zudem sind sie in einem zunehmenden internationalen Wettbewerb einem wachsenden Innovationsdruck ausgesetzt. Verzweigte Wissens- und Technologienetzwerke sind gerade im Hinblick auf Industrie 4.0 unerlässlich.

Flexibilität entscheidet

Die Flexibilität des Arbeitsmarktes muss erhalten und punktuell ausgeweitet werden: Eine immer weitergehende Regulierung der Zeitarbeit ist zu verhindern. Insbesondere darf es zu keiner Verschärfung des „Equal-Pay-Grundsatzes“ und zu keiner Begrenzung der Überlassungsdauer kommen. Die sachgrundlose Befristung darf nicht angetastet werden und das Vorbeschäftigungsverbot sollte durch eine sechsmonatige Wartezeit ersetzt werden. Der VDMA fordert eine Reform des Kündigungsschutzes mit einer optionalen Abfindungsregelung und einer Wartezeit von 18 Monaten

Werk- und Dienstverträge dürfen als ein selbstverständliches Instrument einer arbeitsteiligen Wirtschaft und als Grundlage für Wissens- und Innovationsnetzwerke nicht erschwert werden. Insbesondere bedarf es keiner Ausdehnung der betrieblichen Mitbestimmung und keiner Begrenzung der Auftragsvergabe - weder auf gesetzlicher noch auf tariflicher Ebene.

Günstigkeitsprinzip ausweiten

Betriebliche Bündnisse für Arbeit sind grundsätzlich zu legalisieren, das Günstigkeitsprinzip ist auszuweiten. Der Flächentarifvertrag ist dahingehend weiterzuentwickeln, dass größere betriebliche Gestaltungsspielräume durch mehr tarifvertragliche Öffnungsklauseln entstehen. Der Flächentarifvertrag sollte sich auf die Regelung echter Mindestbedingungen konzentrieren und eine stärke Tarifspreizung im Niedriglohnbereich ermöglichen.

 

Anpassungen an die betriebliche Realität

Die Entgelt- und Sicherungssysteme sind an den tendenziell späteren Ausstieg aus dem Berufsleben anzupassen. Dazu notwendig ist eine behutsame Abkehr vom Senioritätsprinzip.

Eine Frauenquote ist nicht zielführend, eine Frauenförderung hingegen zu begrüßen. Dies sollte primär durch gezielte Qualifizierung von Frauen für Führungspositionen sowie einer besseren Vereinbarkeit von Familie und Beruf erfolgen.

Zusätzlichen Belastungen der Unternehmen, wie z.B. die Einführung einer „Anti-Stress-Verordnung“ oder eines Entgeltgleicheitsgesetzes, sind zu unterlassen.

Diese Position entspricht dem Kapitel „Arbeitsmarkt- und Tarifpolitik“ der Gemeinsamen wirtschaftspolitischen Positionen des deutschen Maschinen- und Anlagenbaus 2016.

 

Ansprechpartner

Dr. Johannes Gernandt

Leiter Competence Center Wirtschaftspolitische Grundsatzfragen

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RA Fabian Seus

Leiter VDMA Competence Center Arbeitsmarkt / Arbeitsrecht, Arbeitsmarkt- und Tarifpolitik

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VDMA-Hauptstadtbüro; Politische Kommunikation, Arbeitsmarktpolitik

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